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Herausforderung mit Ave Maria von Bach/Gounod

Aktualisiert: 18. Juni

Individuelle Liedwünsche bei einer Trauerfeier: Ein ganz besonderer Auftritt






Dieser Auftritt war für mich etwas ganz Besonderes, denn zwei der drei gewünschten Lieder waren für mich eine Premiere. Die Familie wünschte sich das "Ave Maria" von Bach/Gounod. Zuvor hatte ich bei Trauerfeiern immer das "Ave Maria" von Schubert gesungen, und nun sollte es das erste Mal das "Ave Maria" von Bach/Gounod sein – eine große Herausforderung, da ich das Lied bisher noch nie gesungen hatte. Ich hatte nur eine Woche Zeit, mich auf die Trauerfeier vorzubereiten.


Zudem wünschte sich die Familie einen Song von Jan und Jascha mit dem Titel "Gute Reise". Als dritten Song wählte die Familie "Luftballon" von Helene Fischer aus unserem Repertoire. Ich probte das "Ave Maria" von Bach/Gounod in dieser Woche so gut ich konnte und hoffte sehr, dass es der Familie und den weiteren Trauergästen gefallen würde.


Die Trauerfeier fand in der Friedhofskapelle auf dem Niendorfer Friedhof in Ratekau, nahe dem Timmendorfer Strand, statt. Organisiert wurde die Zeremonie vom Bestattungsinstitut Wilhelm Schmidt aus Travemünde.


Alle drei Songs waren stilistisch sehr unterschiedlich. Zuerst begann ich mit "Luftballon" von Helene Fischer, dann kam nach der Ansprache das "Ave Maria", und zum Schluss sang ich "Gute Reise". Als ich zu singen begann, begannen bei der Familie und den Trauergästen sofort die Tränen zu fließen. Ich spürte sehr viele Emotionen und Gefühle in der Kapelle. Es war mucksmäuschenstill, und alle lauschten meinem Gesang.


Nach den einzelnen Liedern konnte ich bei der Familie bereits sehr viel Dankbarkeit erkennen. Sie schauten mich immer wieder mit einem hoffnungsvollen und sehr dankbaren Blick an. Da ich nicht so häufig klassische Lieder singe, war ich vor der Trauerfeier und vor dem "Ave Maria" sehr aufgeregt und hoffte sehr, dass es den Ansprüchen der Familie genügte und sie zufrieden waren.


Als die Trauerfeier zu Ende war, kam sofort jemand aus der Familie und wollte mich einfach so umarmen und sich bedanken. Mit den Worten: "Ich weiß, ich kenne Sie nicht, aber ich muss Sie jetzt einfach umarmen", bedankte sich die Person ganz herzlich bei mir. In dem Moment fiel mir ein großer Stein vom Herzen, als ich wusste, dass das "Ave Maria" so angekommen war, wie ich es mir gewünscht hatte.


Kurze Zeit später kamen noch zwei Trauergäste zu mir, die sich ebenfalls herzlich bei mir bedankten. Eine Frau fragte mich tatsächlich, ob ich an der Oper beschäftigt sei, was ich verneinte. Die andere Frau kam zu mir und sagte: "So etwas Schönes wie Sie habe ich noch nie gehört. Ich danke Ihnen von Herzen." Ich wurde fast ein bisschen rot in dem Moment. Es machte mich so stolz und glücklich, dass ich mit meinem Gesang und der Musik so sehr helfen konnte. Bei einem so traurigen Anlass hat es mich glücklich gemacht, dass ich Trost spenden konnte.


Als ich dann auf dem Rückweg beim Auto stand, kamen immer wieder Trauergäste zu mir, die sich für meinen Gesang und meinen Auftritt bedankten. Das war etwas ganz Besonderes. In diesem Moment habe ich noch einmal die große Dankbarkeit ganz stark gespürt und wieder erkannt, wie wichtig Musik im Trauerprozess ist und wie stark Live-Gesang oder ein Live-Instrument bei einer Trauerfeier wirken kann.


Eine große, starke Wirkung – ich hätte nie gedacht, dass mir das "Ave Maria" von Bach/Gounod so gut gelingen würde. Daher werden wir es jetzt auch fest in unser Repertoire aufnehmen und häufiger anbieten.


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